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Central Maui
Zentral-Maui, das ist Kahului, eine Großstadt, wie so viele andere auch, und der Hauptflughafen der Insel. Daneben gibt es noch kleinere Flughäfen in Kapalua und in Hana. Kahului geht fast direkt in die Hauptstadt Wailuku über. Auch hier ist das Leben natürlich in erster Linie von Business bestimmt. Besonderes zum Ansehen gibt es hier eigentlich nicht.
Etwas außerhalb von Wailuku liegt die Maui Tropical Plantation (1670 Honoapi'ilani Hwy, Wailuku). Sie ist sehr sehenswert. Eine etwa 30 minütige Tour mit dem Tropical Express Tram (kostenpflichtig - geringe Gebühr) führt durch die Hälfte der 45 ha großen Plantage. Man wird umfassend über alles Wissenswerte und Interessante der Tropenpflanzen (z.B. Taro, Mango, Guave, Papaya, Zuckerrohr, Kaffee, Macadamia-Nuts, Apple-Banana uvm.) informiert. Bei unserer Tour hatten wir eine ganz liebe hawaiianische Führerin, die uns recht humorvoll alles erklärte und demonstrierte.
Wie wird eigentlich eine Kokosnuß geöffnet? Nun, bei einem Stop haben wir's erfahren, und noch einiges Interessantes mehr. Wann sind Kokosnüsse eigentlich reif zum Ernten? Nun, die grünen Kokosnüsse waren vormals den Kindern und Königen vorbehalten, weil sie sehr feines, weiches Fleisch haben und das Wasser besonders gut ist. Daher haben die Polynesier, als sie die lange Reise zu den Hawaii-Inseln unternahmen auch nur grüne Kokosnüsse mit im Gepäck.
Vorsicht ist dagegen angesagt, wenn die Kokosnüsse am Baum schon orange gefärbt sind. Man sollte sich dann nicht gerade unter eine solche Palme stellen, denn die Kokosnüsse könnten jederzeit herunterfallen.
Das Öffnen der Kokosnuß findet mit der Hand statt, auch heute noch. Es gibt tatsächlich auch im heutigen Technikzeitalter noch immer keine Maschinen, die diesen Prozeß übernehmen könnten. So wird also wahrhaftig jede Kokosnuß, die man im Laden kauft, von einem lieben Menschen vorher mühsam per Hand geöffnet!
Siehe auch das Bild hier rechts. Was in der Kokosnuß steckt, sieht man dann später im Laden, nämlich die eigentliche, ziemlich kleine hartschalige Nuß.
Früher waren die Frauen für diese Arbeit zuständig. Sie haben dann die Kokosnüsse von den vielen vielen Fasern befreit, die noch daran haften und diese Fasern weiterverarbeitet. Man reibt oder zwirbelt 2-3 Fasern schnell in den Händen und erhält so einen festen, dicken Faden, mit dem dann verschiedenstes gemacht wurde, für das Haus, das Kanu oder ähnliches. Die Schalen wurden dann als Becher oder auch als BH für den Hula-Tanz benutzt.
Und das steckt in der Nuß, die eigentliche Kokosnuß...
Zu Bild links: Jetzt gehts ans Öffnen der Nuß: Die Kokosnuß zeigt auf der unteren Seite 3 markante Vertiefungen, das sog. Monkey-Face, also zwei Augen und ein Mund. Die "Augen" erkennt man dadurch, daß durch sie an der Seite eine längliche Rille bis zur oberen Seite verläuft. Nun muß mit einem spitzen Gegenstand in den Mund - und nur in den Mund! - gestochen werden. Dann kann man das Wasser herausschütten.
Ist das Wasser trüb oder gar milchig, dann kann man die komplette Nuß wegschmeissen, sie ist verdorben! Nur klares Wasser garantiert auch eine frische, schmackhafte Nuß. Das Wasser schmeckt übrigens wie - Wasser halt. Nach nichts. Na, und schließlich kann man mühevoll das Innenleben auskratzen.
Eine Kokosnußpalme produziert übrigens über 80 Kokosnüsse im Jahr und das zirka 100 Jahre lang.
In der Maui Tropical Plantation kann man sich auch mit reichlich Pflanzen und Samen für zu Hause eindecken. Niemals Pflanzen irgendwo in der freien Wildbahn ausreißen!! Das ist keine besonders hübsche Art und Weise und sowieso strikt verboten, außerdem kassiert das der Zoll. Lieber offiziell und mit Genehmigung für die Ausfuhr auf einer Plantation, die es eigentlich auf jeder Insel gibt, kaufen (Btw: Falls jemand zufällig noch ganz viel Platz im Koffer hat, und mir evtl. Pflänzchen oder Samen mitbringen könnte, würde, möchte, würde ich mich riesig darüber freuen!!).
Erwähnenswert ist für Zentral-Maui noch das Iao Valley. Mark Twain hat darüber gesagt, es wäre der Yosemite Park des Pazifik. Die Rauheit West Maui's zeigt hier ihre 1-Millionen-Jahre, diese Ecke ist noch älter als der Haleakala.
Es gibt einen schönen Park, die Kepaniwai Heritage Gardens, eine historische Ecke, in dem man historische Güter findet, wie ein Japanisches Teehaus, eine Hawaiianische Grashütte, ein Chinesisches Tor und einen Portugiesischen Ofen. Der Park ist kostenlos, es gibt Picknickplätze und Wanderwege.
Vor hunderten von Jahren wurden die Hawaiianischen Oberen in geheimen Gräbern entlang der Wände des Iao Valley begraben. Das letzte dokumentierte Begräbnis fand 1736 statt. Es gab sogar eine Zeit, in der es der Öffentlichkeit nicht erlaubt war, das Iao Valley zu betreten, ausgenommen zum makahiki Fest.
1790 fand eine fürchterlich blutige Schlacht hier statt, als King Kamehameha I Maui's Armee zerstörte. Es wurden so viele Krieger getötet, bis der Fluß rot vom Blut war.
Das Iao Valley ist landschaftlich sehr interessant, ein wunderschöner Ort zum Wandern, jedoch meist recht feucht und schattig, es empfiehlt sich daher, sich etwas wärmer anzuziehen. Wir hatten jetzt im Januar leider recht Pech, es war fürchterlich kalt, so mußten wir die Tour für diesmal sausen lassen. Deshalb leider auch keine Fotos. Aber beim nächsten Mal werden wir uns das bestimmt ansehen.
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