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Hawaii
Hawaii - Entstehung und Geschichte
Wie schon erwähnt, sind die Inseln durch Vulkanausbrüche entstanden. Das Leben hat sich entwickelt aus vom Wind mitgebrachten Sporen und Samen, aus im Meer treibenden korksamigen Früchten und aus dem einen oder anderen Vogel.
Sehr lange dauerte es, bis die Menschen die Inseln entdeckten. Erst um 300 n.Chr. haben sich Polynesier von den Marquesas-Inseln auf den 5000 km langen ungewissen Weg gemacht und entdeckten dabei die Hawaii-Inseln. Sie waren wohl auf einer gezielten Auswanderung, denn sie brachten Hühner, Schweine, Hunde, Taro, Süßkartoffeln, Bananen, Brotfrucht und Kokosnüsse mit. Den neuen Siedlern ging es gut, es gab frisches Wasser und sie lebten anfangs nur von Ackerbau und Fischfang. Die kanaka maoli (wahre Menschen) begründeten eine hochentwickelte Kultur. Als Farmer und Steinmetzen veränderten sie eine bisher über viele Millionen Jahre isolierte Landschaft. Sie teilten das Land von der Bergspitze bis zum Meer in ahu-pua'a (pastetenförmige Landstücke) und bauten enorme heiau (Tempel) und einige der größten Bewässerungssysteme Polynesiens.
Während des 12. und 13. Jahrhunderts kamen immer wieder neue polynesische Siedlerwellen aus Tahiti. Die Invasionen waren wohl grausam und blutig. Die neuen Siedler schufen ein strenges Klassensystem, dem sie als ali'i (Häuptlinge) vorstanden und durch das kapu-System kontrollierten. kapu bezeichnet jede verbotene Handlung, weil diese der Zuteilung von mana (übernatürlicher Kraft) widersprach. So war es zum Beispiel Frauen verboten, gemeinsam mit Männern zu essen, und maka'ainana (Gefolgsleuten), Kleidung oder Schatten des Adels zu berühren. Verstöße wurden hart bestraft. Manchmal wurden Gesetzesbrecher sogar den Göttern geopfert. Rauhe Zeiten!
Obwohl jeder meint, der britische Kapitän James Cook hätte Hawaii im Jahre 1778 "entdeckt", gibt es überzeugende Beweise dafür, daß spanische Schiffe bereits 200 Jahre früher hier landeten. Cooks Schiffe landeten während des makahiki-Fests zu Ehren Lonos, des Gottes des Ackerbaus, an der Kealakekua Bay von Big Island.
Zu seiner Überraschung wurde er mit ungewöhnlicher Ehrerbietung begrüßt. Alles verlief glatt, bis zu seiner Abreise im Februar 1779, als ein Sturm ihn zurück zur Kealakekua Bay zwang. Die Hawaiianer vermuteten, daß die haole (Menschen des Abendlandes) nicht heilig seien, und die Kämpfe eskalierten wegen eines gestohlenen Kutters. Cook wurde erstochen.
Häuptling Kamehameha der Große (1758-1819) war ehrgeizig, ein geschickter Krieger und großer Opportunist. Er eroberte systematisch alle anderen Inseln und schaffte es dadurch, die jahrhundertealten Konflikte zwischen den Inseln zu beenden. 1795 stürmte er Maui und im gleichen Jahr fielen Molokai, Lanai und Oahu. Nach zwei gescheiterten Versuchen, Kauai zu erobern, zwang er den Häuptling, Kauai abzutreten, und 1809 wurde Hawaii Königreich.
King Kamehameha starb 1819, danach regierte Kamehameha II. Er schaffte das kapu-System ab. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt landeten die ersten Missionare auf Hawaii. Kamehameha II. führte das Königreich in den Ruin. Bei seiner Reise nach England, in der Hoffnung, King George IV. zu treffen, bekamen Kamehameha und seine Frau die Masern und starben 1824 daran.
Danach wurde der 11-jährige Bruder des Königs, Kamehameha III., zum neuen Herrscher zusammen mit der beliebten Königin Ka'ahumanu, der Lieblingsfrau Kamehameha I., als Regentin.
Ein paar Jahre später wurde mit dem plantagenmäßigen Anbau von Zuckerrohr begonnen. 1832 kaufte Kamehameha diesbezüglich Land in Koloa, Kauai. 1840 schuf er mit Hilfe seiner haole (Berater) eine Verfassung und verkündete 1848 die Große mahele (Landaufteilung) unter den maka'ainana (Gefolgsleuten). Doch die Leute konnten wenig mit Landbesitz anfangen und so landeten die meisten Übertragungsurkunden bei westlichen Pflanzern. Während der nächsten 100 Jahre regierte der Zucker in der hawaiischen Wirtschaft. Die Plantagen forderten ihren Tribut. Lange Arbeitstage, schlechte Bezahlung, grausame Behandlung und eingeschleppte Seuchen hatten zufolge, daß 10.000 Hawaiianer verstarben. Die Pflanzer importierten Arbeiter aus China, Japan, Puerto Rico, Korea, später aus Madeira, den Azoren und Philippinen. Um 1900 war mehr als die Hälfte der Einwohner Hawaiis japanischer Herkunft.
Nach dem Tod Kamehamehas III. 1854 gründeten Kamehameha IV. und seine Frau, Königin Emma, das Queen's Medical Center, um ansteckende Krankheiten zu bekämpfen. 1866 wurden Leprakranke auf Moloka'is Halbinsel Kalaupapa gebracht.
1863 starb Kamehameha IV. und Kamehameha V. verkündete 1864 eine neue Verfassung, die die Macht der Monarchie stärkte. Im Jahre 1873, als Lunalilo für ein Jahr regierte, sprachen die Pflanzer aufgrund der hohen Zuckerzölle offen über einen Anschluß an die USA. 1874 bestieg Kalakaua den Thron, förderte die Wiederbelebung des hula und alter Gesänge und plante ein polynesisches Reich mit Hawaii als Hauptstadt. Doch der Druck der Pflanzer zwang ihn zu einem Vertrag mit den USA. 1887 wurde die Macht der Monarchie durch die Bajonett-Verfassung eingeschränkt. 1891 bestieg Lili'uokalani den Thron. Sie kündigte eine neue Verfassung an, wurde jedoch 1893 von den Weißen abgesetzt.
1894 rief dann die Provisorische Regierung die Republik Hawaii aus. 1900 wurde Hawaii US-Territorium. Am 7. Dezember 1941 zerstören japanische Bomber US-Militäreinrichtungen auf O'ahu. Der Angriff forderte 2000 Menschenleben. Innerhalb von 24 Stunden wurde Hawaii durch eine Militärregierung ersetzt, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs an der Macht blieb. 1959 wurde Hawaii zum 50. Staat der USA erklärt. Durch die Luftfahrt öffnete sich 1959 die Tür zum Massentourismus und verbanden die Welt mit Hawaii.
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