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Die Nordküste von Kauai
Der Kilauea Point ist nicht nur der nördlichste Punkt der Insel, sondern auch der nördlichste des hawaiischen Archipels. Die Kliffspitze bildet zusammen mit einigen winzigen vorgelagerten Inseln das Kilauea Point National Wildlife Refuge, ein 64 ha großes Naturschutzgebiet für pazifische Seevögel. Im Besucherzentrum kann man sich über die verschiedenen Arten der Seevögel informieren. Von der Landspitze aus kann man sogar noch die Na Pali Kliffe sehen.
Hier befindet sich das rot-weiße Kilauea Lighthouse. Der 60 m hohe Leuchtturm stammt aus dem Jahr 1913 und besaß damals die größte Muschellinse der Welt mit fast 4 Tonnen Gewicht. Entworfen wurde diese riesige Linse von Augustin Fresnel, einem französischen Physiker. Wie eine Kuckucksuhr sorgte ein von einem Gewicht getriebenes Uhrwerk für eine gleichmäßige Rotation alle 20 Sekunden. Damit erzeugte man alle 10 Sekunden einen Lichtblitz. Das Leuchtfeuer war sogar noch 150 km weit auf dem Meer zu sehen. Seit 1976 ist der Leuchtturm allerdings längst von einem viel kleineren abgelöst worden.
Der Ort Kilauea (viel Gespucke) war einst eine Plantagensiedlung, 1860 wurde hier Zuckerrohr angebaut, heute natürlich nicht mehr. Die Region ist für die Frucht Guave berühmt, und wird daher auch das Guava Capital of the World genannt . Hier befindet sich die Guava Kai Plantation, eine Plantage mit Besuchszentrum und botanischem Garten. Pro Feld werden jährlich zwischen 18 und 27 Tonnen der sehr geschmackvollen Früchte produziert. Der Eintritt in die Plantage ist kostenlos. Selbstverständlich kann man hier alle Produkte der Guavefrucht beziehen, wie leckere Marmelade, Saft, Sirup, Saucen uvm.
Im Ort kann man 2 kleine sehenswerten Kirchen besichtigen. Die achteckige katholische St. Sylvesters Church mit sehenswerten Wandmalereien des hawaiischen Künstlers Jean Charlot. Die andere Kirche, Christ Memorial Episcopal Church, wurde 1914 aus Lavasteinen erbaut. Erwähnenswert ist, daß die Bleiglasfenster, die das Leben Jesu beschreiben, extra aus England importiert wurden.
Ein schöner, einladender, goldener Sandstrand findet sich am abgelegenen Secret Beach, nahe dem Kilauea Point. Im Sommer ist es meist zu gefährlich zum Schwimmen, jedoch ist es ein Erlebnis, den Strand auf und ab zu erkunden.
In den 60er Jahren wurden die Zuckerplantage und die Viehranch in Princeville verkauft und zur exklusivsten Ferienanlage Kauai's. 2 Golfplätze, Hotels, Eigentumswohnungen, ein Einkaufszentrum und ein kleinerer Flughafen ziehen sich entlang der Küste. Hier gibt es Infos darüber: www.princeville.com
Der Ort wurde übrigens benannt nach Prinz Albert, dem Sohn King Kamehamehas IV. und seiner Frau Queen Emma, der 1862 im Alter von 4 Jahren hier auf tragische Weise ums Leben kam. Zum Andenken findet jährlich ein Fest im Mai statt.
Das luxuriöse Princeville Hotel steht auf einem Platz nahe den Überresten eines Forts, das von dem deutschen Abenteurer und angeblichen Forscher Georg Schäffer 1816 erbaut wurde.
Unterhalb der Klippen Princeville's gibt es wunderbare Strände. Den schönsten davon, Pu'upoa Beach, kann man sogar zu Fuß vom Princeville Hotel erreichen.
Hanalei (halbmondförmige Bucht) sollte man auf keinen Fall verpassen. Die Hanalei Bay ist die größte Bucht Kauais. Die Badebedingungen am 3 km langen Strand sind durch das Riff nicht unbedenklich, am ungefährlichsten ist noch der Waikoko Beach.
Der kleine Ort Hanalei wirkt verschlafen und hat eigentlich das ganze Jahr mit den Surfern und Na-Pali-Ausflüglern zu tun. Vom Aussichtspunkt am Highway hat man einen wunderbaren Blick über die schachbrettartig angelegten satt grünen Tarofelder im Hanalei Valley.
Taro ist das Grundnahrungsmittel der Polynesier. Es schmeckt nach Spinat und wird auch so zubereitet. Die Knollen der Taropflanze dienen als Kartoffelersatz.
In den letzten 200 Jahren ging die Nachfrage nach poi, wie Taro im hawaiianischen genannt wird, stark zurück und die Felder wurden trockengelegt. Damit verschwand auch der Lebensraum vieler Vogelarten. Um den wichtigen Lebensraum für diese bedrohten Vogelarten wieder herzustellen, wurden daher hier im Hanalei Valley wieder Sumpfgebiete und Tarofelder angelegt.
Westlich des Stadtzentrums liegt das sichtbarste Relikt der Vergangenheit, der Missionskomplex. Das erste christliche Gebäude, die Wai'oli Church, stammt aus dem Jahr 1841. Heute dient das Haus als Gemeindehaus. Etwas abseits steht die Wai'oli Hui'ia Church, der Nachfolger, aus dem Jahr 1912. Es ist wohl das schönste Gebäude auf der Insel.
Dahinter liegt das Wai'oli Mission House, das Zuhause mehrerer Missionare, z.B. der Familie Wilcox, die bis in die späten 70er Jahre hier lebten.
Am Ende des Highways liegen 2 Strandparks mit ziemlich ähnlichen Namen. Ha'ena Beach County Park umfaßt einen wunderbaren Campingplatz zwischen Kokospalmen. Zum Schwimmen ist es jedoch zu gefährlich. 10 Minuten Fußmarsch Richtung Osten befindet sich der Tunnels Beach, der wegen seiner ausgedehnten Riffe einer der beliebtesten Schnorchelplätze ist.
Der zweite Park, Ha'ena State Park, ist ziemlich unzugänglich, da man diesen Küstenteil vor einer Erschließung bewahren wollte.
Ke'e Beach, einer der schönsten Strände der Nordküste, mit leuchtend gelbem Sand, und bekannt durch die TV-Serie "Die Dornenvögel" mit Richard Chamberlain.
Viele Legenden ranken sich um diesen Strand, eine bezeichnet ihn als die Geburtsstätte des hula. Im Westen des Strandes befinden sich die Überreste der ersten halau hula (hula-Schule). Hier hat man den jungen Männern (damals durften ja nur die Männer den hula tanzen) von allen Inseln die Kunst des hula beigebracht. Die Ausbildung dazu dauerte ganze 7 Jahre. Auch heute kommen Hula-Tänzer hierher, um der Göttin des Hula, Laka, ein kleines Geschenk zu bringen.
Die Vulkangöttin Pele soll am Ke'e Beach in einem Traum von der lieblichen Musik des jungen Kriegers Lohi'au verführt worden sein. Nach ihrem Erwachen beauftragte sie ihre Schwester, den Krieger zu holen, doch prompt verliebten sich die beiden.
In der Nähe des Kalalau Trail markieren teilweise eingestürzte Mauern im Gebüsch Lohi'au's Heim.
Hier ist nun die Straße endgültig zu Ende. Eine Weiterfahrt verhindert die steile, fast 50 km lange, Na Pali Coast, die nur per Boot, Hubschrauber oder über Fußwege zu erreichen ist.
Wer also noch nicht genug hat, springt in die Wanderschuhe und macht sich auf den Weg, auf dem engen Kalalau Trail die 18 km bis zum Kalalau Valley. Aber Vorsicht, der Weg ist wirklich abenteuerlich und man sollte schon erfahren und absolut gut zu Fuß sein.
Aber auch schon nach ein paar hundert Metern die Küste raufgeklettert bieten sich für die weniger Wanderlustigen schon herrliche Ausblicke.
Wer allerdings den kompletten 18 km langen und wirklich anstrengenden Trail gehen will, braucht nicht nur besonders gute Kondition, sondern vorher eine Genehmigung dazu. Diese erhält man beim Kauai Department of State Parks in Lihue.
Auch zum Übernachten im Park benötigt man eine Genehmigung, welche allerdings gebührenfrei ist. Man sollte sich frühzeitig darum kümmern, denn es werden nur 16 Personen pro Tag in den Park gelassen. Die Kontrollen sind so streng, da einige Schlauberger die Na Pali Coast zum Aussteigen missbrauchen.
Festes Schuhwerk und entsprechende Kleidung sind absolutes Muss für diesen Trip. Einige meinen, sie bräuchten so was nicht und versuchen es mit Badelatschen und Badeanzug, werden aber schnell eines Besseren belehrt. Außerdem sollte man reichlich Trinkwasser, Brotzeit und viel Zeit mitbringen, denn die Wanderung ist sehr lang und anstrengend. Selbstverständlich sollte es auch sein, die Wege nicht zu verlassen und vor allem, die Naturgewalten nicht unterschätzen. Gerade an dieser Küste ist das Meer unberechenbar, besonders im Winter. Aus dem Nichts kann eine riesige Welle auftauchen und einem mitreissen, selbst wenn man nur am Strand spazierengeht. Also, unbedingt alle Vorschriften beachten und befolgen!