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Die Westküste von Kauai
Unbedingtes Muss auf Kauai ist natürlich der Waimea Canyon, der "Grand Canyon des Pazifik". Entstanden ist der Canyon durch ein Erdbeben, welches Kauai fast in zwei Teile zerbrochen hätte. Im Laufe der Zeit haben Regenfälle dann dazu beigetragen, daß eine bis jetzt knapp 1000 m tiefe Schlucht entstanden ist, die noch weiter abträgt.
Der ca. 1.040 m hohe gelegene Waimea Canyon Lookout gewährt einen fantastischen Blick über die Schluchten der Flüsse Waiahulu und Po'omau im Norden und auf Waimea im Süden bis zur entfernten Küste. Fährt man noch weiter, gelangt man zum Koke'e State Park.
Im Koke'e Museum erhält man Informationen über die Tierwelt und die Geschichte. Das Haus daneben bietet einfache Mahlzeiten und Geschenke an. Im Koke'e State Park findet man einige Wanderwege, die zum Teil durch den zugänglichsten Teil des Alaka'i Swamp führen. Diese halbkugelähnliche Senke, teils Regenwald, teils nebliger Sumpf, erhält im Jahr bis zu 1270 cm Regen. Hier lebt einer der seltensten Vögel Hawaiis, der 'i'iwi.
Auf dem Alaka'i Swamp Trail befindet sich ein improvisierter Holzsteg zu den Klippen über dem Wainiha Valley mit Blick auf Hanalei. Die Straße endet dann schließlich an 2 Aussichtspunkten, 1220 m über der Na Pali Coast.
Waimea gilt als eine historische Stätte Kauais. Denn hier setzten Captain Cook und seine Mannschaft 1778 als erste Europäer ihren Fuß auf hawaiischen Boden, nachdem sie eine Pause eingelegt hatten, um einen der Einwohner zu erschießen. Ein Denkmal in der Ortsmitte erinnert daran. Cook meinte: "Ich habe niemals so erstaunte Indianer gesehen" und war belustigt darüber, daß die Sprachen der einheimischen und der in der Südsee lebenden Polynesier so ähnlich klingen. Wahrscheinlich aufgrund der gemischten Auswirkungen seines Besuchs (z.B. Geschlechtskrankheiten) wurde der Strand nicht nach Cook, sondern nach Lucy Wright, Waimea's erster einheimischer Lehrerin, benannt.
Auf einer Landspitze gleich hinter dem Fluß Waimea befinden sich die Reste des Russian Fort Elizabeth. Es wurde 1816 von Georg Schäffer gebaut. Der deutsche Arzt und Abenteurer gab vor, ein Naturforscher zu sein, war aber ein Spion für Rußland und Amerika. Angeblich versuchte der Russische Zar damals Kauai zu erobern. Schäffer spielte ein Doppelspiel zwischen dem Zaren und King Kaumuali'i. King Kaumuali'i konnte jedoch die Eroberung verhindern.
Die westlichste Region Kauai's liegt recht geschützt im Schatten der Berge. Typisch sind die weiten, flachen Sandflächen. Ein großer Teil von diesem Areal wird vom US-Militär beansprucht. Hohe Sicherheitszäune versperren den Weg ins Inland.
24 km nördlich von Waimea erreicht man den riesigen Polihale Beach. Hier ist es zu gefährlich zum Schwimmen, die Brandung ist zu heftig. Aber man hat einen wunderbaren Blick auf die Klippen der Na Pali Coast. Eine beschilderte Abfahrt führt einen zum Polihale State Park. Nach endlos lang scheinenden Sandstraßen durch Zuckerrohrfelder erreicht man schließlich den Polihale Beach, auch genannt die Barking Sands. Beim Spazieren über die Dünen merkt man es: die Gräser stöhnen beziehungsweise heulen. Sehr eigenartig!