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Kroatien - Nationalpark Mljet

Kroatien


Mljet - Nationalpark


Region - Ausdehnung - Beschreibung - Geschichte - Anreise - Infos


(Impressionen von unseren Reisen nach Mljet in den Jahren 1996 und 2008)




Region:

Mljet, eine der entferntesten bzw. südlichsten Inseln des süddalmatischen Archipels ist ganz nahe der romantischen Stadt
Dubrovnik gelegen, welche auch gerne die Perle der Adria genannt wird.

Wegen der gut erhaltenen hundertjährigen Pinienwälder ist Mljet eine der schönsten und grünsten Inseln des Mittelmeeres. Hier kann man den Spuren Odysseus und dem heiligen Paulus folgen. Der nordöstliche Teil der Insel, gut 1/3 der gesamten Inselfläche, wurde am 11.11.1960 zum Nationalpark erklärt. Das Parkgebiet steht unter der Verwaltung der Stadt Dubrovnik. Die Verwaltung des Nationalparks hat ihren Sitz in der Stadt Govedjari.


Ausdehnung:


Der Mljet-Nationalpark umfasst eine 31 km² breite Zone um die Seen
Veliko Jezero und Malo Jezero (Großer und Kleiner See), einem ausgesprochenen Naturphänomen, welche wegen ihrer außergewöhnlichen landschaftlichen, vegetativen, geologischen und historischen Werte unter dem größten Naturschutz liegen.

Das besondere an den beiden natürlichen Salzseen ist, dass diese sowohl miteinander als auch mit dem Meer verbunden sind. Genauer gesagt: Die Seen sind durch einen 2,5 m breiten und 0,3 m tiefen Kanal miteinander verbunden. Der Malo Jezero (Kleiner See) hat eine Fläche von 0,24 km² und ist bis zu 29 m tief. Er ist wesentlich seichter als der Veliko Jezero (Großer See) und nimmt immer mehr die Charakteristiken einer Lagune an. Der Veliko Jezero hat eine Fläche von 1,45 km² und ist bis zu 46 m tief. Heute ist er durch die 30 m lange, 10 m breite und 2,5 m tiefe Solin-Meerenge mit dem offenen Meer verbunden. Je nach den Gezeiten fließt das Wasser entweder in die eine Richtung vom Veliko Jezero zum Malo Jezero oder umgekehrt.

Der Salzgehalt der beiden Seen ist etwas geringer als derjenige des Meeres, die Temperatur jedoch um etwa 4°C höher als die offene See.


Beschreibung:


Die beiden Seen werden umgeben von einem wunderschönen Kiefernwald, durch den man lange wandern kann. Auffallend schön ist die kleine Insel
St. Maria auf dem Veliko Jezero, mit einem Benediktinerkloster, welches aus dem 12. Jahrhundert stammt und unter Denkmalschutz steht.

Ignet
Ðordic, ein Lyriker aus dem 18. Jhd., bemerkte über die Seen: "Wenn Du mit einem kleinen Boot über die Seen fährst, ist es, als ob Du durch einen Wald fährst".

Die Insel Mljet wird durch das Mittelmeerklima gezeichnet, was bedeutet, dass hier die Sommer immer warm und trocken sind und die Winter sanft, mit einer erheblichen Menge an Niederschlägen. Herbst und Winter können teilweise recht kalt sein, allerdings doch so mild, dass noch Vegetation gedeihen kann und daher viele Bäume und Büsche auch während der kalten Jahreszeit blühen.

Etwa 90 % der Insel sind mit Wäldern bewachsen. Besonders dicht ist der Waldbestand natürlich um die beiden Seen herum. Zu den Naturwäldern zählen in erster Linie der alepische Kiefernwald (Pinetum halepensis), der Wald der Manna-Esche und der Grüneichenwald. Letztgenannter ist eine immergrüne Eiche, was bedeutet, dass diese Bäume auch während der Winterperiode keine Blätter verlieren.

1909 hat man Mungos aus Asien eingeführt, diese sollten die auf Mljet lebenden Schlangen fressen. Das haben die Mungos mit vollem Erfolg auch gemacht. Das Resultat aus dieser Geschichte ist, dass es heute nur wenige Schlangen auf Mljet gibt, besonders aber keine giftigen.

Geschichte:

Im Altertum wurde Mljet von den Illyren bewohnt. Es existieren Spuren von Siedlungen, die aus dieser Zeit stammen. Genau gesagt, findet man solche Spuren in Glavica in der Nähe von Govedjari und bei Veliki Gradac und Babino polje.

Erwähnt wurde Mljet zum ersten Mal in Dokumenten von Appian, die über die illyrischen Kriege handeln. Diese Schriften stammen aus dem 2. Jhd. und beschreiben Oktavians Eroberungen im Illyrikum, als er im 1. Jhd. die Einwohner von Korcula und Mljet besiegte.

Über die Besiedlung während der Römerzeit findet man Reste eines wirklich luxuriösen Palastes in Polace aus dem 3. - 5. Jhd. Polace war wohl lange Zeit ein sehr wichtiger Ort, denn man findet auch drei Basiliken.

Als dann die Slawen die Adria bevölkerten, kam Mljet unter die Regierung eines Volkes, das am Fluß Neretva lebte. Man nannte dieses Volk die Neretljani. Im Jahre 1151 schenkte der Fürst der Neretljani, Desa, die ganze Insel Mljet den Benediktinern aus dem Kloster St. Maria auf dem Hügel Monte Gargano in Apulia. Die Benediktiner bauten ein Kloster auf der Insel St. Maria inmitten des Veliko Jezero. Das Kloster spielte eine wichtige Rolle des kulturellen Brennpunktes der Insel, auch wenn mit der Zeit die Macht der Mönche langsam verschwand.

1345 - 1808 war Mljet unter der Republik Dubrovnik. Die Benediktiner besaßen nur noch den westlichen Teil der Insel und bis Ende des 18. Jhd. war es sogar nicht mehr genehmigt, dass sich dort jemand ansiedeln konnte. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Wälder dort heute noch so intakt sind.

Nach dem Sturz der Republik Dubrovnik zu Beginn des 19. Jhd. blieb Mljet etwas zurück und die Einwohnerzahl fiel.

Die Siedlungen innerhalb des heutigen Nationalparks gab es bis zum 18. Jhd. nicht. Erst danach sind Govedjari, Polace und Soline entstanden.

Anreise:


Erreichbar ist Mljet natürlich per Schiff, zum Beispiel aus Dubrovnik, sowie der Fähre aus Trstenik auf der Halbinsel Peljesac. Die Fähre läuft im Hafen von Polace ein. Ebenfalls sind Touristenschiffe aus Dubrovnik, Korcula, Hvar und Split organisiert, diese laufen in Pomena ein.

Unterkunft findet man im einzigen Hotel der Insel, Hotel Odisej in Pomena mit seinen 155 Zimmern oder aber auch in einer der vielen Privatunterkünfte auf Mljet werden gerne Gäste aufgenommen.

Autos werden normalerweise auf Mljet nicht benötigt. Es ist schließlich nicht umsonst ein Nationalpark und die wunderbare und einzigartige Natur sollte bewahrt werden. Leider meinen manche, dass sie es ohne ihren fahrbaren stinkenden Untersatz auch im Urlaub auf Mljet nicht aushalten können. Man kann zwar mit seinem eigenen Auto per Fähre ankommen, aus Rücksicht auf den Nationalpark sollte man das aber nicht tun.
Ansonsten mietet man sich in Pomena eines der kleinen Gefährte, genannt
Brum, mit denen man schnell die Insel erkunden oder sich am einzigen wunderschönen Sandstrand der Insel zum Baden begeben kann, in Saplunara.

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