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Heavenly Hana
Ein paar Kilometer nach Pa'ia weiter, den Hana Highway entlang, und das Abenteuer kann richtig beginnen. Denn hier beginnt die berühmte, und teils sogar gefürchtete, Hana Road. Seit 1926 verbindet diese 50 Meilen lange und mit über 600 Haarnadelkurven und 54 einspurigen Brücken bestückte Straße den Rest von Maui mit der Ostküste.
Die Hana Road ist ziemlich kurvenreich und schmal, teils sogar nur einspurig befahrbar. Man könnte sie direkt mit so manchen Küstenstraßen in Kroatien vergleichen. Höllisch aufpassen und sich konzentrieren heißt es hier, jedoch entschädigt die üppige tropische Vegetation für alle Anstrengung. Allerdings, wie eine Schnecke dahinkriechen muß man nun auch nicht unbedingt. Vor allem die Einheimischen sind wenig begeistert über die vielen langsamen Kriecher. Fair sein, kurz zur Seite fahren und die Schnelleren vorbei lassen.
Es gibt reichlich zu sehen und bestaunen. So eine Vegetation hat man noch nirgends gesehen: Riesige tropische Pflanzen, die man höchstens mal aus einem winzigen Blumentopf von der Fensterbank kennt, Bambusplantagen, Tarofelder, Wasserfälle, wilde, rauhe Lavasteine und immer wieder der tiefblaue Ozean. Wunderschön anzusehen.
Es gibt zahlreiche Stops, die jedoch leider nicht immer auf den ersten Blick als solche erkennbar sind. Deshalb gut aufpassen, ob man irgendwo stehen bleiben und ins "Regenwaldinnere" hineinwandern kann. Man kann die Straße zwar mit jedem Autotyp befahren, jedoch ist es wohl bequemer, die Tour mit einem Jeep durchzuführen. Unbedingt volltanken, denn zwischen Pa'ia und Hana gibt es keine Tankstellen. Und auch die Verpflegung sollte man sich am besten selbst mitnehmen, denn Restaurants sind Mangelware auf dieser Strecke. Für die Hana Road braucht man übrigens einen ganzen Tag. Und will man nicht in der Dunkelheit zurückfahren, sollte man möglichst früh losfahren.
1. Bei Meile 10 liegt der "Garden of Eden", ein wirklich sehenswerter wunderschön angelegter botanischer Garten mit über 500 tropischen Pflanzen. Das kurioseste daran, es ist ein Drive-Thru-Garden. Hat man so was schon erlebt! Nachteil: es ist kostenpflichtig, und mit $ 5 pro Nase auch nicht besonders günstig. Aber es lohnt sich allemal. Der Park beinhaltet natürlich auch Wanderwege und Picknick-Plätze. Man hat hier übrigens einen wunderschönen Blick auf den Keopuka Rock, der in Jurassic Park eine bedeutende Rolle gespielt hat und, was noch viel besser ist, einen grandiosen Blick auf die Puahokamoa Falls.
2. Der erste interessante Wasserfall sind die Puahokamoa Falls mit 40 ft. Höhe. Zu finden ist dieser Wasserfall gleich nach dem Garden of Eden, an Meile 10.
3. Ke'anae, an Meile 17 gelegen, ist auf alle Fälle einen kurzen Stopp wert. Der kleine Ort ist ursprünglich und hawaiisch. Die größte Attraktion ist Netta Chong's hausgemachtes Bananenbrot. Wir haben's allerdings nicht probiert. Viel schöner anzusehen ist ein kleiner Park direkt am Meer, mit wilden zerklüfteten Lavasteinen und noch wilderem Meerestreiben.
4. Knapp vor Hana liegt das Hana Gardenland. Es ist der älteste botanische Garten auf Maui. Hier wachsen Orchideen und andere exotische Pflanzen. Ganz in der Nähe ist der Pi'ilanihale Heiau, der größte alte Tempel Hawaiis, zu finden.
5. Im Wai'anapanapa State Park sollte man sich die Zeit gönnen, und ein bißchen die Meereshöhlen, Kliffe und den wunderschönen schwarzen Strand erkunden.
6. Hana gilt als die hawaiischte Stadt und irgendwie scheint es, als ob hier die Zeit tatsächlich stehengeblieben ist. Die Stadt war früher sehr begehrt und die Könige kämpften darum. Hana ist auch die Geburtsstätte von Königin Kaahumanu, der Lieblingsfrau King Kamehamehas I..
7. Die Wailua Falls, noch kurz vor der nächsten Sehenswürdigkeit, dem Ohe'o Gulch, sind berühmt geworden durch dem Film Meuterei auf der Bounty. Danach kommt schon der Ohe'o Gulch, 7 Teiche, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind, und in denen man sogar Baden kann. Ein 3 km langer Wanderweg führt hier zu den Waimoku Falls, mit 385 ft. einem der höchsten Wasserfälle Mauis.
8. Nach dem Ohe'o Gulch geht die Straße für normale Autos endgültig zu Ende, hier geht's dann nur noch mit dem Allrad-Antrieb weiter. Man sollte aber noch nicht gleich wieder umdrehen, denn 1 Meile weiter steht noch die Palapala Ho'omau Congregational Church, in welcher der berühmte Flieger Charles Lindbergh begraben ist. Das ist sehr schwer zu finden. Man orientiere sich am besten an Meilenstein 41, es geht dabei leicht bergauf, ein Früchtestand und danach gehts links rein zur Kirche. Der Weg dorthin ist umwachsen von Philodendron und riesigen Agaven, dann ein dunkler Wald, ein großer Banyan-Baum und eine kleine unscheinbare Kirche. Tatsächlich, wir sind hier richtig. Auf dem halb verwitterten Friedhof findet man schnell das große Grab von Lindbergh.
Lindbergh ist berühmt geworden durch den ersten Soloflug über den Atlantik im Jahre 1927. Als 1932 sein ältestes Kind entführt und ermordet wurde, hat er sich sein Leben lang davon nicht erholen können. Er hatte den Rest seines Lebens auf Maui verbracht. Bevor er starb, machte er eine Skizze von seinem Grab und seinem Sarg. Er bat seine hawaiianischen Nachbarn, bei seinem Tode das Grab und den Sarg nach seinen Aufzeichnungen anzufertigen.
Lindbergh starb am Morgen des 26. August 1974 im Alter von 72 Jahren. Er wurde in seiner Arbeitskleidung, langes T-Shirt und seinen abgenutzten Schuhen in den Sarg gelegt. Gegen Mittag wurde der Sarg mit einem Pick-Up ohne irgendwelchem Tamtam zur Kirche gefahren. 14 Leute waren anwesend, es wurde eine kleine Messe abgehalten und der Sarg zum Grab getragen.
Sein Grabstein trägt die Inschrift: If I take the wings of the morning and dwell in the uttermost parts of the sea
Seine Frau, Anne Morrow Lindbergh, ist übrigens am 7. Februar 2001 im Alter von 92 Jahren in Vermont gestorben.
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