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Passau
Passaus Geschichte
Schon die Kelten siedelten in der Eisenzeit (La-Tène-Zeit) in Passau, und die Römer blieben gar 400 Jahre in Passau, wobei an der Stelle des heutigen Doms das damalige "Kastell Batavis" (= Castra Batava) als Teil des Limes errichtet wurde.
739 wurde Passau Bischofssitz und war bis 1783 das größte Bistum im Heiligen Römischen Reich. Von Passau aus zogen die Bischöfe weite Gebiete unter ihre Herrschaft und christianisierten die Bevölkerung im ganz österreichisch-ungarischen Raum. 1469 war der Passauer Bischof zugleich Bischof von Wien. Noch heute ist der Wiener Stephansdom der Mutterkirche in Passau geweiht. Passau ist bis heute Bischofssitz, und so verwundert es nicht, dass in der ganzen Stadt verteilt 37 Kirchen und Kapellen gebaut wurden. Darunter der prächtigste Bau der Stadt: Der St.-Stephans-Dom mit der größten Orgel der Welt.
1217 wurden die Bischöfe zu Reichsfürsten und Passau damit zur Hochfürstlichen Haupt- und Residenzstadt. Die Bürger wären gerne "Freie Reichsstadt" gewesen, aber nach mehreren Aufständen, die kläglich scheiterten, fügten sie sich den Bischöfen und die Stadt florierte im Mittelalter durch Handel und Gewerbe. Besonders der Salzhandel machte die Stadt reich. Die so genannten Hallaschen (Salzschiffe) brachten das "weiße Gold" von Hallein (bei Salzburg) über den Inn nach Passau und von dort über die Donau nach Österreich bzw. nach Regensburg und ganz Bayern. Pferde transportierten das Salz über den "Goldenen Steig" weiter nach Böhmen.
Geschichtlich steht Passau aber auch in Verbindung mit den Kreuzzügen, dem Religionsfrieden von 1552, mit dem Ausbruch des 30-jährigen Krieges, mit den Türkenkriegen und den napoleonischen Feldzügen.
In dieser geschichtsträchtigen Stadt entstand das berühmte Nibelungenlied. Diverse Künstler, Maler, Kapellmeister, Baumeister aus ganz Europa gaben Passau ihren eigenen Charakter, was man an den vielen prächtigen Bauten diverser Epochen bewundern kann. Viele berühmte Gesichter hat Passau im Laufe ihrer Geschichte gesehen, wie z. B. Walther von der Vogelweide, Aepeas Sylvius Piccolomini (dem späteren Papst Pius II.), Adalbert Stifter und Hans Carossa.
1662 und 1680 wüteten verheerende Stadtbrände und zerstörten viele Gebäude, sodass man heute hauptsächlich den italienischen Barock im Baustil der Gebäude bewundern kann.
Noch eine Gemeinsamkeit mit Venedig ist das jährliche "acque alte". Bedingt durch die drei Flüsse, wurde und wird Passau immer wieder von Hochwassern heimgesucht. Die Passauer nehmen's mit Gelassenheit, verbarrikadieren mit Schotts und Sandsäcken ihre Haustüren und Fenster und gehen auf extra errichteten Metallstegen ihren täglichen Geschäften nach. Eine historische Messskala mit Hochwasserrekorden kann man am Rathaus ablesen.