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Venedig - Die venezianische Gondel

Venedig


Die venezianische Gondel





Venedig Gondel 2

Venedig ohne Gondeln? Unvorstellbar! Auch wenn sie langsam am Aussterben sind und gegen die motorisierten Konkurrenten kaum eine Chance haben. Von den einst über 10.000 Gondeln in Venedig gibt es heute gerade mal noch etwa 400. Die Ausbildung zum selbständigen Gondoliere dauert lange, der Unterhalt der Boote ist teuer, ebenso Standplätze und Lizenzen. So verwundert es nicht, dass die Gondoliere sich noch nebenbei ein Zubrot als Traghetti-Führer verdienen.

Manchmal kommt sie einem schon etwas seltsam vor, so eigenartig pechschwarz, wie sonst nur Särge sind. Das war aber nicht immer so. Früher war die Gondel prächtig geschmückt und in bunten Farben, mit kostbaren Vergoldungen und verhangenen Dachaufbauten (
Felze). Bis, ja bis der Doge Girolamo Priuli 1562 diesen zur Schau gestellten Reichtum ein für allemal verbot und den tiefschwarzen Anstrich verordnete.

Die Gondel ist keine billige Anschaffung, etwa 25.000 EUR kostet so ein Gefährt. Aber die aufwendige Herstellung, die nur noch wenige beherrschen, macht diesen hohen Preis aus.

Aus 8 verschiedenen Hölzern wird die Gondel geschlagen: Der flache Boden wird aus Tannenholz gefertigt, das sich im Wasser ausdehnt und fugendicht abschließt. Die Rundplanken, wie beim Auto Stoßdämpfer, denn sie halten auch Rempeleien aus, sind aus Eichenholz. Für Bug und Heck wird Lindenholz verarbeitet und die Querspanten sind aus flexiblem Ulmenholz. Für den Innenboden wird leichtes Birkenholz verarbeitet und die gebogenen Teile des Überbaus sind aus Kirschholz. Und schließlich wird noch Mahagoni und Lärche für die edle Abdeckung verwendet.

Etwa zwei Monate dauert es, bis die Gondel fertig ist. Aus 280 Einzelteilen wird dann ein 10,87 Meter langes, mit Leinöl und vier satten schwarzen Farbschichten imprägniertes Boot mit einem Gewicht von 350 Kilogramm. Die Gondel hält etwa 15 Jahre lang.

Die eigenwillige Form erhält die Gondel durch ihre Asymmetrie, die linke Seite ist 24 cm breiter als die rechte. Immer leicht auf die rechte Seite geneigt, das Gegengewicht erhält das Boot durch den Gondolieri, der es allein mit einem einzigen Ruder manövrieren kann. Entscheidend für die Wendigkeit der Gondel ist daher die Forcola, die spezielle Rudergabel, wobei durch eingearbeitete Vertiefungen das Ruder in acht verschiedene Positionen eingesetzt werden kann.

Die Verzierungen beschränken sich meist nur auf den eisernen Bugspriet (
Ferro) in Form eines stilisierten Dogenhuts mit den sechs Zacken für die Stadtteile Venedigs und das Heckeisen in der Art eines Bischofsstabs.

Eine Fahrt mit der Gondel ist mit Sicherheit kein günstiges Vergnügen, aber garantiert unvergesslich und gehört zu einem Besuch in Venedig einfach dazu. Am besten bespricht man den Preis für die Fahrt vorher mit dem Gondolieri.


Venedig\Venedig Gondel 3

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