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Venedig
Venedigs Sehenswürdigkeiten
Rialtobrücke - Markusplatz - Markuskirche - Kanal Grande - Lido - Murano - Dogenpalast
An Sehenswürdigkeiten mangelt es in Venedig garantiert nicht. Zahlreiche berühmte und schöne Bauten und Plätze durchziehen die Stadt, sodass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Daher habe ich hier nur die aller-aller-allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt.
Ponte di Rialto - Rialtobrücke
Wer kennt sie eigentlich nicht, die berühmteste Brücke der Welt? Die Rialtobrücke. Am Canal Grande gelegen war sie lange Zeit die einzige Fußgängerverbindung über den Kanal, erst 1854 entstand die ursprünglich aus Eisen gebaute und 1932 durch Holz ersetzte Akademiebrücke (Ponte dell'Accademia) und 1934 kam die aus istrischen Steinen erbaute Barfüßerbrücke (Ponte degli Scalzi) am Bahnhof hinzu.
Die erste Holzbrücke an dieser Stelle wurde vermutlich 1180 gebaut, später wurde sie durch eine Zugbrücke ersetzt, welche aber 1444 unter dem Gewicht der Menge zusammenbrach. Erst im 16. Jh. wurde an einer Lösung zu einer Steinbrücke gesucht. Und 1590 im September war es dann soweit, die 28 m lange Steinbrücke auf 6000 Eichenpfählen war fertig. Der Marmor dazu kam übrigens aus Istrien in Kroatien. Der Erbauer hieß Antonio da Ponte. Die Spannweite beträgt 48 m und die Durchfahrtshöhe 7,50 m.
Piazza San Marco - Markusplatz
Mittelpunkt der Stadt bildet der berühmte Markusplatz mit seinen vielen vielen Tauben. Ein unvergesslicher Eindruck, der einem sofort die Macht und die Größe des einstigen Venedigs vermittelt.
Im Norden sieht man den Uhrturm (Torre dell' Orologio) mit dem Wappen der Stadt - dem geflügelten Löwen - und die Alten Prokuratien (das Amtsgebäude für die Prokuratoren - nach dem Dogen der zweithöchste Mann im Lande) mit den Cafés Lavena und Quadri, im Westen den Napoleanischen Flügel mit dem Museo Correr, im Süden die Neuen Prokuratien mit dem Museo Archeologico, dem Café Florian (das berühmteste und bereits 1720 eröffnete und heute unter Denmalschutz stehende Kaffeehaus) und der Biblioteca Nazionale Marciana und im Osten beherrscht die monumentale Westfassade der Basilica di San Marco den Platz. Der Campanile - der Glockenturm - steht zwar frei, gehört aber eigentlich zur Basilica. Im 15. Jh. diente die vergoldete Turmspitze Schiffen als eine Art Wegweiser. Er stürzte 1902 ein und wurde nach und nach wieder neu errichtet. Die 99 m Höhe kann man mit einem Aufzug überwinden und einen herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt genießen.
Der Markusplatz entstand bereits im 9. Jh., sein heutiges Aussehen bekam er allerdings erst im 18. Jh., als das alte rote Ziegelpflaster durch den grauen Trachyt mit dem weißen Marmormuster ersetzt wurde.
Im Durchschnitt ist der Platz 175 m lang, und bei der Kirche 82 m und beim Napoleonflügel 56,6 m breit, also nicht quadratisch, wie man meinen würde, sondern asymmetrisch.
Basilica di San Marco - Markuskirche
Wenn man schon auf dem Markusplatz steht, so sollte man sich selbstverständlich auch gleich die Markuskirche ansehen. Eine der prunkvollsten Kirchen, die es wohl gibt. Einzigartige Architektur und prunkvolles Innenleben vermittelt einen deutlichen Eindruck dessen, wie bedeutend diese Kirche war und immer noch ist. Nicht zuletzt nennt man sie ja auch die Kirche der Dogen.
Man sagt, dass der Doge Domenico Silvio per Gesetz 1075 die ganze Stadt verpflichtete, ein kostbares Schmuckstück für San Marco zu bringen, was die unendliche Fülle an Prunk erklärt. Über 4000 m² Goldmosaiken schmücken das Innere aus. Die ältesten Mosaiken stammen aus dem 12. und 13. Jh..
Wie der Name der Kirche schon besagt, ist sie dem Heiligen Markus gewidmet, dessen Reliquien 828 von zwei Seeleuten aus Alexandria nach Venedig überführt wurden.
Die war der Anlass zum Bau dieser schönen Kirche. Von dem ursprünglichen Bau existieren nur noch ganz wenige Reste in der Krytpa unter der Vierung. Der heutige Bau ist bereits der dritte, entstand aber schon 1063. Danach gab es nur noch wenige Änderungen bzw. Anbauten und Instandhaltungen.
Canal Grande
Sie ist angeblich eine der schönsten Wasserstraßen der Welt, der Canal Grande. Nun, er ist auf jeden Fall die am meisten befahrene Wasserstraße, sozusagen die Hauptverkehrsader, und vergleichbar wohl mit einer mehrspurigen Hauptstraße in der Innenstadt einer Großstadt.
Wie ein S schlängelt sich der Kanal mitten durch Venedig, von der Piazzalo Roma bis zum San-Marco-Becken. Der Kanal ist 3,8 km lang, 30 bis 70 m breit und etwa 5 m tief.
Gerne wird der Kanal auch "Canalazzo" genannt, was die Verschmelzung von Canal und Palazzo bedeutet, denn bei der Fahrt hat man den wunderbaren Blick auf eine einzigartige Fassadenfolge von sage und schreibe 210 Palästen und 15 Kirchen.
Lido
Die wohl bekannteste aller Inseln Venedigs, nicht zuletzt wegen ihrer mondänen Vergangenheit, haben sie doch viele bedeutende Schriftsteller, hochgestellte Persönlichkeiten und die Reichen der Gesellschaft bereits Anfang des 19. Jh. für sich entdeckt. Nein, auch weil die Insel seit mehr als einem halben Jahrhundert regelmäßig jedes Jahr von den Filmgrößen heimgesucht wird, da dort das berühmte venezianische Filmfestival stattfindet und die begehrten "Goldenen Löwen" verliehen werden.
Dabei ist Lido "nur" ein 12 km langer und bis zu 4 km breiter schmaler, flacher Sandstreifen, ideal zum Baden und zur Erholung für Urlauber.
Berühmt ist die Nobelherberge Des Bains, das unter Denkmalschutz steht und daher noch genauso aussieht, wie vor 100 Jahren. Es war einst beliebter Treffpunkt der High Society und Schauplatz von Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig", welche von Luchino Visconti verfilmt wurde.
Sehr sehenswert ist auch der jüdische Friedhof San Nicolo mit seinen uralten Grabsteinen aus Istrien, das älteste Grab stammt aus dem Jahre 1389. Eine Steinplatte über einem Massengrab aus der Zeit der Pestepidemie zwischen 1630 und 1631 erinnert an die 2000 jüdischen Opfer, die hier ihre letzte Ruhe fanden.
Das gleichnamige Benediktinerkloster wurde übrigens im Jahre 1043 erbaut.
Murano
Noch eine bekannte Insel, aber weniger wegen ihres Flairs, sondern vielmehr wegen ihres berühmten Produktes, hergestellt aus Quarzsand, Kalk und Soda: Glas. Von hier stammen die einzigartigen Kunstwerke der Glasherstellung. Schon im 14. Jh. galt das Murano-Glas als das bedeutendste und begehrteste Glas, ein Luxusartikel erster Güte, das bis nach Russland und China exportiert wurde.
Bereits seit Ende des 10. Jh. kannte man die Glasherstellung in Venedig. Aufgrund des großen Stadtbrandes 1291 wurden alle Werkstätten der Glasbläser nach Murano verlegt. Angeblich um der Brandgefahr vorzubeugen, wahrscheinlicher aber, um der Spionage vorbeugen zu können. Die Glasbläser genossen einige besondere Privilegien, es war ihnen jedoch unter Todesstrafe untersagt, die Lagune zu verlassen, damit ihr Wissen niemals ausgeplaudert werden konnte.
Die Zunftregeln wurden in besonderen Büchern festgehalten. Eine besonders schöne, in Samt und Silber gefasste Ausgabe aus dem Jahr 1441, die Mariegola, kann man im Museo Correr besichtigen.
Zwischendurch waren die einst so blühenden Glasmanufakturen am Aussterben, heute gibt es aber durch ein besonderes Engagement traditionsreicher Glasbläserfamilien wieder mehrere Glashütten mit mehreren tausend Beschäftigten.
Wer auf Murano mit dem Boot anlegt, wird sogleich von mehreren Glasbläsermanufakturen eindringlich aufgefordert, doch bei einer Vorführung vorbeizuschauen. Wer noch nie gesehen hat, wie mit ganz wenigen Handgriffen kurzerhand eine kunstvolle Figur hergestellt wird, sollte so eine Vorführung auf jeden Fall besichtigen.
Wer sich für die Geschichte der Glasbläser interessiert, der sollte unbedingt das Museo dell'Arte Vetrario am Canale di Donato aufsuchen.
Als Tourist sollte man dennoch aufpassen, dass einem kein billiger China-Schwindel angedreht wird, sondern echtes Murano-Glas, das mit einem Zertifikat auch entsprechend als solches gekennzeichnet ist.
Palazzo Ducale - Dogenpalast
Der Dogenpalast besaß in seiner Geschichte viele Funktionen: Regierungsgebäude, Justizpalast, Staatsgefängnis und es befand sich hier auch die Wohnung des Dogen.
Der Palast, so wie er heute zu sehen ist, hatte bereits drei Vorgängerbauten. Der erste Bau entstand 814 als finstere Holzkonstruktion mit mächten Wehrtürmen, zugänglich nur durch eine Zugbrücke, da er ringsum durch Kanäle geschützt wurde.
Unter dem Dogen Sebastiano Ziani wurde im 12. Jh. der Dogenpalast neu erbaut, mehr in die Stadt integriert und nicht mehr so wehrhaft konstruiert. Als der Große Rat allerdings auf fast 900 Mitglieder anwuchs, war ein größerer Neubau mit einem größeren Versammlungssaal vonnöten. 1340 kam so der Südflügel mit der Sala del Maggior Consilio hinzu. Zwischen 1424 und 1438 ließ der Doge Francesco Foscari einen neuen Westflügel hinzubauen, der alte wurde abgerissen.
1483 fiel der Ostflügel einem Brand zum Opfer, also wurde bei einem dritten Baubschnitt ein neuer Ostflügel gebaut. Dabei wurde auch die für Zeremonien monumentale Dogentreppe, die Scala dei Giganti, errichtet. Seitdem steht der Dogenpalast so wie in seiner heutigen Gestalt mit einer beachtlichen Größe von 71 x 75 m, der im Norden nun direkt an die Basilica di San Marco anschließt. Und obwohl der Dogenpalast quadratisch aussieht, so ist er es gar nicht, denn er besteht nur aus drei Flügeln: der Hauptansicht am Molo, die Westfassade an der Piazetta und der Ostseite am Rio di Palazzo. Nördlich schließt, wie gesagt, die Basilica an.
Auf einem markierten Rundgang können die offiziellen Säle des Dogenpalastes besichtigt werden.
Vom Dogenpalast führt die so genannte Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri) zu den Bleikammern und den Gefängniszellen, in denen man Casanovas Zelle besichtigen kann. Die Seufzerbrücke wurde im 16. Jh. erbaut und erhielt ihren Namen dadurch, dass man meinte, die Verurteilten würden mit einem Seufzer das letzte Mal das Licht und damit die Freiheit erblicken, bevor sie die Zellen betreten müssen oder hingerichtet wurden.
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