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Venedig - in Zahlen und Fakten - Lage - Einwohner - Stadtbezirke - Entstehung der Lagune - Verkehr - Übernachten

Venedig


Venedig in Fakten und Zahlen

Lage - Einwohner - Stadtbezirke - Entstehung der Lagune - Verkehr - Übernachten





Lage

Venedig liegt im Norden der Adria, knapp 4 km vom Festland und 2 km vom offenen Meer entfernt auf einem Archipel kleiner Inseln.

Venedig ist zugleich Hauptstadt der gleichnamigen, insgesamt 43 Ortschaften umfassenden Provinz sowie der norditalienischen Region Venetien.

Die Fläche der Lagunenstadt beträgt 7,06 km² einschließlich der Inseln San Giorgio und Giudecca.

Zum Gebiet der Stadtgemeinde gehören die Inseln Burano, Murano, Torcello, Lido, Pellstrina, Malcontenta, Dese, Tessera, Mestre, Marghera, Zelarino, Carpendo, Asseggiano, Trivignano, Favaro und Chirignago.

Einwohner

Die Stadt misst an ihrer breitesten Stelle 4,3 km, an ihrer schmalsten gerade mal 1,4 km. In diesem eigentlichen Venedig leben heute von den gesamt etwa 300.000 Einwohnern noch etwa 75.000. Das entspricht nur noch etwa einem Drittel der Einwohnerzahl während des 15. Jh.
Angesichts von schlechter Wohnqualität (kaum eine Wohnung hat Fenster mit Blick zum Himmel) der antiken Bauten mit schlecht funktionierenden Heizungen und ewiger Feuchtigkeit, akuter Wohnungsnot und mangelnder Arbeitsplätze verwundert es allerdings nicht, dass es die Venezianer aus der Stadt vertreibt.

Stadtbezirke

Seit Jahrhunderten ist die Lagunenstadt in 6 Quartiere (Sestieri) aufgeteilt: San Marco, Castello, Cannaregio, Santa Croce, San Polo und Dorsoduro (dazu gehören auch Giudecca und San Giorgio).

Entstehung der Lagune

Venedig liegt mitten in einem flachen Binnenmeer, einer so genannten Lagune. Die Größe der Lagune beträgt etwa 40 km in der Länge und 15 km in der Breite. Entstanden ist diese 55.000 ha große fruchtbare Landschaft durch in Küstennähe abgelagerte Sand- und Geröllmassen, die die ins Mittelmeer mündenden Flüsse Brenta, Sile und Piave mitbrachten.

Auf diesen Sandbänken entstanden mehrere Siedlungen, die sich nach und nach zu einer einzigen Stadt bildeten: Venedig.

Da auf der schlammig-weichen Oberfläche der 118 eng beieinanderliegenden Inseln natürlich nicht gebaut werden konnte, behalfen sich die Siedler dadurch, dass sie durch die Schlickschichten bis zu 20 m lange Eichen- und Lärchenstämme in den Boden darunter trieben, dicht nebeneinander. Darauf legten sie waagrecht noch zwei weitere Schichten, und erst auf diesem Grund konnten sie ihre Gebäude bauen. Die Inselstadt auf Pfählen war geboren.

Venedig und seine Lagune sind stark gefährdet. Die Abwässer von Industrien zernagen die Pfähle, auf denen alles gebaut ist, ebenso die hauseigenen Abwässer, denn Venedig besitzt bis zum heutigen Tage noch kein Kanalisierungssystem. Auch die Abgase in der Luft zerfressen die Mauerwerke der alten Gebäude.
Auch die Zunahme von Strömungsintensität und der Salzgehalt setzt den wunderschönen Gebäuden zu. Gleichfalls die starken Wellenbewegungen, die die immer mehr zunehmenden Motorboote hervorrufen.
Der Meeresspiegel ist bereits 24 cm höher als noch vor 100 Jahren und steigt derzeit etwa 2 - 3 mm jährlich weiter, wobei sich die Stadt auch gleichzeitig bereits um 30 cm in den letzten 100 Jahren abgesenkt hat und jährlich um weitere 4 - 6 mm im Jahr sinkt.
Venedig wird deshalb jährlich in den Wintermonaten von September bis März immer öfter von Hochwasserfluten (
acque alte) heimgesucht (Sollte man also ausgerechnet zu dieser Zeit die Stadt besuchen, die Gummistiefel nicht vergessen, nur so kommt man trockenen Fußes durch die Straßen).

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Erst 2008 war wieder mal ein Rekord vermeldet worden, so stand am 01.12.2008 der Pegel bei 1,56 m, die Stadt stand zu 99 % unter Wasser, und war damit die schlimmste Flutkatastrophe seit 30 Jahren. 1979 erreichte das Hochwasser 1,66 m. Aber absoluter Rekordstand war am 4. November 1966 mit einer Höhe von 1,94 m. Durch den Klimawandel, so wird befürchtet, werden sich solche extreme Hochwasserstände regelmäßig wiederholen. Mit dem Projekt MOSE (Modulo Sperimentale Elettromeccanico) versucht man, dem entgegenzuwirken und so die Stadt vor ständigen Hochwasserfluten und damit dem langsamen Verfall zu schützen. MOSE ist nicht unumstritten, dennoch wurde mit dem Bau der 78 Fluttore 2003 begonnen und die Fertigstellung und damit der erste Einsatz wird für 2015 erwartet.

Verkehr


Kaum zu glauben, aber selbst eine Stadt auf Pfählen besitzt einen internationalen Flughafen -
Marco Polo. Mit dem Linienbus oder dem Bootstaxi ist dieser gut erreichbar. Der Flughafen ist nördlich der Lagune bei Tessera.

Auch eine Eisenbahn gibt es. Seit 1846 ist Venedig ans internationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Endstation des
Ferrovia heißt Santa Lucia.

Für den Autoverkehr ist die Stadt gesperrt, aber man kann trotzdem - wenn es sich nicht anders regeln lässt - mit dem Auto anreisen. Eine 3,6 km lange Brücke verbindet die Stadt mit dem Festland. Am Ende der Brücke wird man dann automatisch auf einen Parkplatz bzw. in ein Parkhaus geleitet und muss das Auto - natürlich kostenpflichtig - abstellen. Von da an geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Boot weiter.

Der Schiffsverkehr ist für Venedig natürlich das wichtigste Verkehrsmittel. Der Containerhafen von
Marghera ist einer der bedeutendsten Industriehäfen Italiens. Für Passagierschiffe steht der Hafen im Canale di San Marco gegenüber dem Dogenpalast bereit. Außerdem gibt es noch die Anlegerplätze Zattere und Riva degli Schiavoni für Kreuzfahrten.

Natürlich denkt man bei Schiffsverkehr in Venedig gleich an die berühmten Gondeln, die selbstverständlich auch heute noch zahlreich in den über 170 meist schmalen Kanälen elegant dahingleiten, obwohl heutzutage (leider) mehr Motorboote in allen Größen benutzt werden.

Auch eine Art S-Bahn auf dem Wasser gibt es - die
Vaporetti - die die Verbindung innerhalb dem Canal Grande und den anderen Inseln herstellen. Verschiedene Linien befahren die entsprechenden Stellen. Am besten besorgt man sich dazu einen aktuellen Plan vor Ort.

Neben den Kanälen gibt es etwa 3.000 Straßen, die man - wie schon gesagt - nur per Fuß durchqueren kann.

Von den
Salizade (Hauptstraßen) gibt es nur wenige, die meisten heißen Calle und Fondamenta (engere Straßen) oder Riva (Uferstraße). Ruga oder Rugetta sind Seitengassen. Ramo ist eine Sackgasse, Lista ist der Sitz eines ausländischen Diplomaten, Rio terra ist ein zugeschütteter Kanal und Mercerie sind Geschäftsstraßen. Piazza gibt es nur den San Marco, die daran angrenzenden heißen Piazetta, nämlich vor dem Dogenpalast und neben der Markuskirche, alle anderen Plätze nennen sich Campo oder, wenn ganz klein, Campiello.

Nahezu 400 Brücken durchziehen die Stadt (also kein Honigschlecken für Familien mit Kind und Buggy!). Drei Brücken davon reichen sogar über den Canal Grande: die hölzeren
Akademiebrücke, die Barfüßerbrücke beim Bahnhof und die berühmteste aller Brücken, die Rialtobrücke.

Übernachten

Wer in Venedig in einem der vielen Hotels übernachten möchte, sollte sich entweder einen großen Geldbeutel einpacken oder - außerhalb der Stadt übernachten, was bedeutend günstiger ist. Zum Beispiel in Padua. Oder man beschafft sich über die
Mitwohnzentrale Alloggi Temporanei eine günstige Alternative und wohnt wie eine venezianische Familie. Informieren kann man sich unter www.mwz-online.com.

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